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Krickelkrakeln + Uhupappen

Collagen, Leporellos, Zeichnungen und Objekte von Horst Janssen     
15.November 2002 - März 2003

           

 

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Zur Ausstellung:

Die Vier Tageszeiten sind eine Bastelarbeit und eine Zeichnung mit Kugelschreiber und Farbstift. Die Objekte sind zuerst entstanden: vier Zündholzschachteln (davon sind drei in der Ausstellung zu sehen), die - innen leer - als Bühnenraum hergerichtet sind für die plastische Darstellung der Tageszeiten.
Janssen hat dann in einem zweiten Arbeitsgang diese Objekte abgezeichnet und dazu mit einem Kugelschreiber eingetragen, welche Materialien er für seine Bastelei verwendet hat: Büroklammern, Glasperlen, Teppichwollen usw. Zur näheren Erklärung setzte er darüber, was auch auf die Außenseiten der Zündholzschachteln geklebt ist: die Titelbilder der Reihe nach: "der Abend", "die Nacht", "der Morgen", "der Mittag" nach rechts ergänzt um die auf die Fläche verbrachte Zündholzschachtel selbst. (...) Janssen kann zeigen, dass wir eine Welt imaginieren, selbst wenn sie aus zweiter Hand stammt,(...) Denn wir - Augenmenschen - können gar nicht umhin, als in diesen sonst ganz anderen Zwecken dienenden Dingen eine abendlich und festlich illuminierte Prachtfassade zu sehen - trotz Büroklammern, Eisendraht und Asphaltlack. Unser Sensorium ist ungleich reicher, als alle Reduktionisten uns glauben machen wollen. Die aus der Dunkelheit hervortretenden Lichtkanten sagen uns: Abend. Wir schaffen eine Welt aus Licht und Finsternis - wie dereinst unser Schöpfer, den wir damit getrost zu einer Metapher machen.
Welthölzer hießen die Zünd- und Streichholzschachteln samt ihres Inhalts, die es Janssen damals angetan hatten. Statt Bretter, die - wie man sagt - die Welt bedeuten, sind es hier Hölzer. Erst recht bedeuten sie die Welt, denn man muss sie nur streichen, an einem Widerstand reiben, dann explodiert ihr Köpfchen. Ein mehr als erotisches Bild, das sich Janssen in seiner Leidenschaft für Birgit unmöglich entgehen lassen konnte. Für sie beide erfand er das Welttheater neu, gebastelt und treulich abgezeichnet.

Text aus dem Ausstellungskatalog:
Stefan Blessin: "Die Erneuerung gegenständlichen Sehens aus dem Geist der Erotik"

 
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