Bobeth    
Zeichnung von Bobeth

"meine erste Zeichnung am 4.8.90 dein Maler"
Farbzeichnung

 

'Nervosität mit bobeth'

"Reine Nervosität mit bobeth"
aus "Drollerei"
1991

Tusche / Aquarell
Zitat

"Oh mein Maler! Gestern, da hast Du mich mal wieder so richtig zu fassen bekommen. Ich relaxe gerade im Glasturm, hatte Dein leckeres Magenlabsalwillnochmehr-Essen im Bauch und träumte im Sonstwohin. Der Kaffe stand dampfend vor uns. Und da kucktest Du mich plötzlich sooo lieb an und fragtest: "Kleines, was soll ich mal malen - was wünscht du dir?"
Mann, das ist vielleicht'ne Frage! Also, ich schaute erstmal in die Ferne, Richtung Elbe. So, wie ich es immer tue, wenn ich nachdenke. Ja, da sah ich natürlich wieder Dich, mein Geliebter. Nämlich Deine Landschaft. Ich kuckte rechts in den kleinen Wald - wieder Deine Bäume. Alles sieht aber noch viel landschaftsmäßiger aus, wenn Du es erst gezeichnet hast.
Denn wenn ich DANACH wieder die Natur sehe, ist da plötzlich viel mehr als vorher. Du hattest es mir in Deinen Bildern - Bobethanien - gezeigt. Du weißt, wie ich in jedes dieser Blätter am liebsten hineinkriechen möchte. Und du willst wissen, was ich mir NUN wünsche?
Also gut. Mal was ganz anderes. Oh ja. Was Verspieltes. Was Tanzendes und Hüpfendes. Bunt. Witzig. Esprit und Temperament.
Ja Janssen, mal mir Kobolde, Mädchen und Phantasiegestalten. Muß gar nicht groß sein. Und bloß nicht akkurat gezeichnet. Es soll aussehen wie "hingesponnen", wie aus dem Pinsel gekleckst. Voller Farbe und richtig drollig.
Jetzt bin ich ganz aufgeregt - mein Maler - wenn Du mir so was malst dann ...
Ach du darfst Dir dann was wünschen (!!!)
So, gleich komme ich. Freu mich schon auf Dich.
Ich zärtel Dich
Heidrunwinkt
Musenzeit

Die Journalistin Heidrun Bobeth lernt Janssen kurz vor seinem verhängnisvollen Balkonsturz im Frühjahr 1990 kennen. Nach der allmählichen Wiedererlangung seines Augenlichtes entstehen im folgenden Spätjahr 100 aquarellierte Federzeichnungen von dramatischen Landschaften in leuchtenden Farben: "Bobethanien". Im "Folianten", den er ebenfalls Heidrun widmet, hält Janssen seine Unfallgeschichte zeichnerisch fest. Im Zyklus "Drollerei" lässt Janssen aus Tuscheklecksen koboldhafte Wesen in erotischen Posen erstehen.

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