Birgit Jacobsen   
Birgit Jacobsen

"B" (Birgit Jacobsen) 1974

Aquarell, Tuschfeder
Briefumschlag
22,4 x 19,0 cm
Janssen-Zitat

"Also die zweite Richtigkeit klingt so: Ich war vergleichsweise ein Hund auf ihren Spaziergängen. Und wie nun dem Hund die Hand am anderen Ende der Leine, die Hand, die ihn krault, die sich ihm verweigert, die ihn heranwinkt und auch wegscheucht etc. - wie dem Hund eben diese Hand der archimedische Punkt ist, der ihn überhaupt erst ins Verhältnis zum Apportierten setzt - so waren Sie, Madame, in diesem Fall der die oder das, was mich erst ins Vergnügen brachte - in die Lust an meinen Darbietungen und Apportationen - ich mich selbst apportierend eingeschlossen. Was immer auch an Willkür, Frivolität, List oder Gedankenlosigkeit, Vergnügen oder Sanftheit oder Liebe von dieser Hand ausging - eben diese Hand war's, auf die ich bei der Suche nach dem ganzen Sammelsurium schielte. Ergo ist die Ansammlung dieser abgezeichneten Dinge von Ihnen ausgewählt. So ist das; und damit Sie sich nun nicht etwa genieren, zumal sie sich mit Recht sehr ungern verantworten, will ich Ihnen erstens sagen: ein Hund, wie verquer und toll und frei er sich auch dem unwissenden Betrachter darstellt, ein Hund, Madame, dem der erwähnte archimedische Punkt mangelt, ist kein Hund; kein Hund im Hundeverstand; er wäre ein armer Hund."
Musenzeit

Von 1974-76 war Janssen mit der verheirateten Birgit Jacobsen liiert. Während dieser Zeit arbeitet der Künstler intensiv an den sogenannten "Kopien" Alter Meister. Für Birgit schafft Janssen etliche Leporelli, Collagen, andere kleine Objekte und Stillleben. Es war die Zeit des "Krikelkrakeln + Uhupappen". Die verschlüsselte Anrede "eLste Be", die auf vielen Werken zu finden ist, hat Janssen aus der Abkürzung von "Liebste Birgit" abgeleitet. Der Kontakt zu Birgit Jacobsen ist ab Mitte der 80er Jahre bis zu Janssens Tod 1995 wiederaufgelebt.

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