Annette   
Annette

Annettchen, 20. Dezember 1985
(Die Zeichnung ist zerstört)

Bleistift und Pastell
46 x 26,5 cm

Janssen-Zitat

"... Wir rasen nach Süden. PFORZHEIM! Der Name ist "neu". Die Stadt hat es für mich nie gegeben. Jetzt ist sie Metropole all meiner Pläne und Absichten. Stadt des Annettchens. Ich weiß, "sie" wird sich freuen - weil ich komme - ihr ENTGEGEN - und weil JEMAND kommt... Ein MAEDCHEN. 20 Jahre. Draußen Wald-Felder- Wald. Ich werde bald die großen Baumplatten radieren. Wie lange gärt das schon? Sowie ich in Gedanken ins Metier kriech, steigert sich alle 'nervöse' Wohligkeit ins ruhige Sicherste. Und dabei habe ich just vor 14 Tagen die 80 Landschaftsaquarelle für Antoine (Berggruen) abgeliefert. und bin noch so "voll". Zukunft - ZUKUNFT! Wenn ich nicht saufen werde, ist mir eine Krise unvorstellbar. Andererseits ist alles voll Annettchen. Wo ist meine "Fluchtmöglichkeit"? Wie dick ist die Tinte, in der ich bin? Wie dick und dunkel wird das Elend sein - "danach" - WENN!???"

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Musenzeit

Annette Kasper heißt die 20-jährige Geliebte, die Janssen 1985/86 in seinen Bann zieht. Ihr Nachname inspiriert ihn zu verspielt-heiteren Darstellungen. Nach dem Schema "der alte Mann und das Mädchen" funktionieren einige Beziehungen der 80er Jahre. Der große Radierzyklus "Laokoon, die Bäume der Annette" entsteht. Janssen beschreibt das Ende der Beziehung "... nach elf Monaten hellster Nüchternheit [fiel] ich in die Flasche und habe in das süßeste, das schönste, das jüngste und schlauste Gesichtchen geschlagen." In "Svanshall verkehrt" verarbeitet Janssen die Trennung von Annette.

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